Am Donnerstag, den 16. Juli, machten sich alle 6. Klassen gemeinsam mit ihren Begleitlehrkräften auf den Weg zum Isarstrand, um das renaturierte Flussufer und die angrenzenden Magerwiesen hautnah zu erleben. Bei strahlendem Sonnenschein durchlief jede Klasse vier abwechslungsreiche Stationen, die von Lehrkräften der Fachschaft Biologie betreut wurden.
An der ersten Station bei Frau Seidl besuchten die Gruppen den schattigen Auwald: Dort wurden Weiden, Hainbuchen und Eschen bestimmt und die Besonderheiten von Überschwemmungszonen erklärt. Die Schülerinnen und Schüler lernten, warum nur Pflanzen mit speziellen Anpassungen dauerhaft am Ufer bestehen können. Im Anschluss setzten sich die Klassen mit den komplexen Nahrungsbeziehungen im Auwald auseinander und bauten zusammen Nahrungsketten, die zeigten, wie Pflanzen, Insekten und andere Tiere miteinander verwoben sind.
An der Gewässerstation mit Frau Schmid wurde es dann praktisch und nass: Begeistert wateten die Sechstklässler in die seichten Bereiche der Isar, gingen mit Kescher und Sieb auf Entdeckungsreise und fanden Insektenlarven, schwimmende Kleintiere, Muscheln und viele Jungfische. Dabei erfuhren sie, wie sich anhand bestimmter Arten Rückschlüsse auf die Wasserqualität ziehen lassen. Alle Tiere wurden nach der Beobachtung und Bestimmung selbstverständlich wieder freigelassen.
Flussaufwärts wurden bei Frau Rust abiotische Faktoren bestimmt. Aus gesammelten Rinden, Stöckchen, Grashalmen und Blättern bauten die Schüler kleine Flöße, die sie ins Wasser setzten, um per Zeit- und Streckenmessung die Fließgeschwindigkeit zu bestimmen. Der Vergleich zwischen ruhiger Strömung und dem schnelleren Hauptstrom machte deutlich, welche Bereiche sich besonders gut als Lebensraum für Jungtiere eignen. Daneben wurden noch weitere wichtige Faktoren wie Temperatur oder Nitratgehalt des Wassers überprüft.
Die letzte Station mit Frau Hauf führte auf die bunte Magerwiese: Mit Bestimmungsbüchern, Fanggeräten und nützlichen Bestimmungs-Apps auf den Handys erkundeten die Schülerinnen und Schüler Blütenpflanzen und ihre Bewohner. Das vielfältige Blütenangebot erwies sich als Paradies für zahlreiche Insekten — ein lebendiges Beispiel dafür, wie Artenreichtum und Blühflächen zusammenhängen.
Gegen Mittag kehrten alle Klassen nach einem lebendigen und lehrreichen Vormittag zur Schule zurück. Die Exkursion bot nicht nur spannende Fundstücke, sondern machte ökologische Zusammenhänge unmittelbar erfahrbar und weckte Lust auf weiteres Forschen in unserer Natur.
Birgit Seidl