48. Edgar-Lüscher-Seminar befasste sich mit Plasma-Physik und Kernfusion

Moderne Entwicklungen wie künstliche Intelligenz oder Elektromobilität befeuern den Energiehunger der Welt. Eine hoffnungsvolle Antwort darauf nahm man beim Edgar-Lüscher-Seminar am Gymnasium Zwiesel ins Visier. Im Zentrum stand dabei die Frage, wie man die Fusionsprozesse, die in der Sonne ablaufen, auf der Erde technisch nachahmen und aus der Verschmelzung von Deuterium und Tritium zu Heliumkernen Energie gewinnen kann. Nur 2,5 Gramm Deuterium-Tritium-Gemisch können dieselbe Energiemenge freisetzen wie 28 Tonnen Kohle – ohne dabei klimaschädliches CO2 freizusetzen. Grund genug, sich mit der Technologie genauer auseinanderzusetzen.
Der Ministerialbeauftragte Ltd. OStD Peter Brendel lud deshalb unter dem Motto „Plasma-Physik und Kernfusion“ zur 48. Auflage der traditionsreichen Lehrerfortbildung an das Gymnasium ein. Den wissenschaftlichen Leitern des Seminars, Prof. Winfried Petry und Prof. Peter Müller-Buschbaum, ist es erneut gelungen, acht hochkarätige Sprecher aus der Spitzenforschung nach Zwiesel zu holen, wo sie den interessierten Lehrkräften Einblicke in ihre Arbeit gewährten. Eine Besonderheit war dabei, dass auch zwei Sprecher deutscher Start-up-Unternehmen gewonnen werden konnten, die an der wirtschaftlichen Umsetzung von Kernfusionsreaktoren arbeiten.

Bereits am Freitagvormittag bekamen Schüler aus Zwiesel, Grafenau und Landau einen Einblick in das spannende Thema. Dr. Alf Köhn-Seeman von der Universität Stuttgart gab den potenziellen Forschern der Zukunft eine Einführung in die Plasma-Physik und die Grundlagen der Kernfusionstechnik. Unterstützt wurde er dabei von Dr. Silke Stähler-Schöpf vom Max-Planck-Institut für Quantenoptik und Dr. Andreas Kratzer vom Leibniz-Institut für Pädagogik der Naturwissenschaften, die mit anschaulichen und verblüffenden Experimenten beeindruckten. Köhn-Seeman startete dann auch am Nachmittag mit dem ersten Fachvortrag für die Lehrkräfte, den auch einige Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Landau besuchten.

Die 48. Auflage des Edgar-Lüscher-Seminars gab allen Teilnehmern einen gelungenen Einblick in den Status quo der heiß diskutierten Fusionstechnologie. Gerade durch die Mischung aus Vertretern der Grundlagenforschung und der Wirtschaft erkannten die Physiklehrkräfte, dass zwar noch einige Hürden zu nehmen sind, die Kernfusion aber eine ernstzunehmende Antwort auf die Energiefrage der näheren Zukunft sein kann. Sicher steht damit noch ein weites Feld für ihre Schülerinnen und Schüler offen, die die Forscher der Zukunft sein können.