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Die 9. Klassen des Gymnasiums Landau a. d. Isar besuchten die Straubinger Synagoge

 Die vier neunten Klassen des Landauer Gymnasiums besuchten mit den Religionslehrkräften Frau Merkl, Frau Roos, Herrn Kiermeier und Frau Wallner die Straubinger Synagoge.

 Die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde Straubing, Frau Anna Zisler, erklärte den Gymnasiasten die Polizeipräsenz während unseres Besuches in der Synagoge. Dann ging sie auf das Augenfällige in der Synagoge ein: in der Mitte vorne der Thoraschrein mit der Krone, den beiden Löwen und dem Davidstern, auf einer schwarzen Tafel links die 107 Namen der Straubinger Juden, die im Holocaust ums Leben kamen. Nur drei überlebten. Auf einer weiteren Tafel stehen die Namen der Straubinger Juden, die im 1. Weltkrieg für ihr Vaterland das Leben verloren haben. Auf zwei großen Tafeln links und rechts sind die Namen der Städte und Gemeinden aufgeführt, die im 3. Reich jüdische Mitbürger, insgesamt 6 Millionen, zu beklagen hatten. Vorne rechts die Menora (hebräisch), der typische, siebenarmige Leuchter. Seine sieben Arme stehen für die sechs Tage der Schöpfung und den Schabbat als Ruhetag. Vorne links der acht- bzw. neunarmige Leuchter, der Chanukkia heißt, der beim jüdischen Lichterfest Chanukka angezündet wird. Sie ging auch auf den Minjan, die 10 jüdischen Männer ein, die am Sabbat anwesend sein müssen, zeigte die große Bedeutung der Frau im Judentum auf und erklärte die jüdischen Feste an den Knotenpunkten des Lebens: Beschneidung und Namensgebung, Bar bzw. Bat Mizwa, Hochzeit und Bestattungsritus.

 

Die Synagoge in Straubing ist die einzige im Bezirk Niederbayern und auch eine der ältesten Synagogen Deutschlands, obwohl sie erst 1907 erbaut wurde. Ausführlich sprach Frau Zisler über die Reichspogromnacht am 9. November 1938, in der in ganz Deutschland auf Hitlers Befehl die Synagogen angezündet und zerstört wurden. In der Straubinger Synagoge wurden „lediglich“ die Fensterscheiben eingeschlagen und die Inneneinrichtung zerstört. Die Benzinkanister standen bereit, aber angezündet wurde der Versammlungsraum nicht, da einige Feuerwehrmänner in derselben Straße ihre (Holz)Häuser hatten und befürchteten, dass auch diese dabei Feuer fangen könnten.

Die Straubinger Synagoge gehört dem konservativen Judentum an. Daneben gibt es das streng orthodoxe und das reformierte Judentum.

Die Exkursion ist sehr bedeutsam für das Verständnis der ersten monotheistischen Weltreligion, sozusagen der älteren Schwester der jüngeren monotheistischen Religionen Christentum und Islam. Die Schüler waren sehr beeindruckt von den Informationen, die ihnen Frau Zisler unterbreitet hatte. Zum Abschluss gab es noch Bonbons für die Schülerinnen und Schüler. In der Mediathek des Bayerischen Rundfunks findet sich eine Sendung zur Serie „Lebenslinien“ über Frau Zisler mit dem Titel: „Frau Zisler – Mein Straubing nimmt mir keiner.“

Anna Maria Wallner, StDin

 

Gymnasium Landau an der Isar